
Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Gespräch mit Christina. Sie war von Anfang an offen für neue und vielleicht auch etwas ungewöhnliche Wege – Hauptsache, sie konnten Max helfen.
Max war anfangs zurückhaltend, sein Gedankenlevel war hoch, und es fiel ihm schwer, zur Ruhe zu kommen. Deshalb entschied ich mich, die Trust Technique® zur Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit zu machen. Zunächst wollte ich Vertrauen aufbauen und Max das Gefühl geben, gesehen, gehört und respektiert zu werden.
Je länger ich mit Hunden arbeite, desto deutlicher erlebe ich, dass nicht jeder Hund zu Beginn körperlichen Kontakt möchte oder Berührung annehmen kann. Die Trust Technique bietet die Möglichkeit, auch ohne Berührung in Kontakt zu treten und eine Beziehung aufzubauen. Erst später – und immer auf Einladung des Hundes – können weitere Methoden wie die Körperarbeit dazukommen.
Kleine Schritte, die Grosses veränderten
Für Max war es anfangs sehr schwierig, sein Gedankenlevel zu senken. Sobald er Raum für seine Emotionen bekam, schienen sie förmlich aus ihm herauszuströmen. Das Mindful Regard nahm deshalb einen grossen Teil meiner Arbeit mit ihm ein.
Seine bisherigen Erfahrungen hatten sein Sicherheitsgefühl stark geprägt. Sein Verhalten war für mich nie grundlos oder „schwierig“. Jedes Verhalten hat für den Hund einen Sinn. Es ist Kommunikation.
Unsere Aufgabe besteht nicht darin, diese Kommunikation möglichst schnell zum Schweigen zu bringen. Wir dürfen lernen zuzuhören, nach den Ursachen zu suchen und dem Hund zu helfen, sich wieder sicherer zu fühlen.
Die ersten Sessions bestanden aus kleinen Schritten, die in Wahrheit riesig waren. Mit jeder Begegnung erweiterten wir den Teil von Max’ Welt, in dem er sich sicher fühlen konnte.
Am Anfang war dieser sichere Raum zunächst nur ein Zimmer, später das ganze Haus. Der Garten stellte noch eine grosse Herausforderung dar. Schon die Bewegung eines Blattes konnte ihn aus seinem inneren Gleichgewicht bringen und eine starke Reaktion auslösen.
Christina arbeitete zwischen unseren Treffen sehr regelmässig und sorgfältig mit ihm. Dadurch wurden seine Fortschritte von Session zu Session sichtbar.
Eines Tages erhielt ich ein Foto von Max: Er lag ganz allein und entspannt im Garten (na gut, eher in der Nähe des Hauseingangs als mitten im Garten).
Für andere Menschen mag das wie ein gewöhnlicher Moment aussehen. Für uns war es ein riesiger Entwicklungsschritt, ein Quantensprung! Zu Beginn war Max kaum in der Lage gewesen, sich überhaupt zu entspannen. Nun konnte er an einem Ort zur Ruhe kommen, der kurze Zeit zuvor noch voller Unsicherheit und möglicher Auslöser gewesen war.
Solche scheinbar kleinen und gleichzeitig bedeutenden Momente gab es auf unserem gemeinsamen Weg immer wieder.

„So, jetzt wird getrustet“
Christina war von Anfang an aussergewöhnlich ausdauernd und konsequent. Ich war immer wieder beeindruckt davon, wie regelmässig und genau sie zwischen unseren Sessions mit Max arbeitete. Ihr Einsatz war ein wesentlicher Grund dafür, dass er so deutliche Fortschritte machen konnte.
Wenn man selbst mitten in einer Entwicklung steckt, sind kleine Veränderungen oft schwer zu erkennen. Während unserer Treffen machte ich Christina deshalb immer wieder auf feine Schritte aufmerksam: einen Moment, in dem Max schneller loslassen konnte, eine ruhigere Reaktion oder eine Situation, nach der er früher in sein Gleichgewicht zurückfand.
Besonders berührt hat mich ein Moment nach einem Ereignis, das Max aufgewühlt hatte. Christina sagte ganz selbstverständlich:
„So, jetzt wird getrustet.“
Genau das ist eines meiner wichtigsten Ziele.
In einem schwierigen Moment soll nicht zuerst der Gedanke entstehen, das Verhalten sofort stoppen oder kontrollieren zu müssen. Die erste Frage darf vielmehr sein:
Wie kann ich meinem Hund jetzt helfen, wieder Sicherheit und innere Ruhe zu finden?
Wir tragen die Verantwortung dafür, unseren Hund in solchen Momenten zu unterstützen.
Mehr Resilienz für einen sensiblen Hund
Max ist ein aussergewöhnlich sensibler Hund. Die Arbeit mit ihm ist unglaublich bereichernd, und auch ich lerne durch ihn immer wieder Neues.
Heute verfügt Max über deutlich mehr Resilienz. Das bedeutet nicht, dass ihn nichts mehr aus der Ruhe bringt oder dass alle Schwierigkeiten verschwunden sind. Aber wenn etwas sein Gleichgewicht stört, findet er wesentlich schneller wieder zurück.
Wir arbeiten weiterhin daran, seine Welt Schritt für Schritt zu vergrössern. Dabei erhält Max nicht ausschliesslich Unterstützung durch die Trust Technique. Aber die Trust Technique bleibt dabei die Grundlage. Sie ist die Verbindung zwischen Christina und Max, die alle weiteren Schritte miteinander verknüpft und den gesamten Weg trägt.
Christina über ihren Weg mit Max
Ich selbst könnte lange darüber sprechen, was mich an der Trust Technique begeistert und warum ich sie für so wertvoll halte. Doch wenn eine Kundin in ihren eigenen Worten beschreibt, was diese Arbeit für sie und ihren Hund bedeutet, bekommt die Geschichte eine ganz andere Tiefe.
So erzählt Christina von ihrem gemeinsamen Weg mit Max:
Ich habe meinen Hund Max, einen heute vierjährigen deutschen Schäferhund, vor 17 Monaten vom Tierheim übernommen, wo er 18 Monate war. Laut Aussage des Tierheims wurde er zuvor 6 x (!) abgegeben. Am Anfang bei mir, war er nicht wirklich auffällig nur nervös und er konnte einfach nicht „sein“. Je länger er jedoch bei mir war, desto mehr zeigte er sein wirkliches Ich. Alles machte ihm Angst oder machte ihn nervös. Spaziergänge an der Strasse unmöglich. Spaziergänge, während deren wir jemanden getroffen haben, für Max fast nicht zum Aushalten. Jedes Tier, jede Person, jedes Geräusch oder einfach Dinge, die er nicht kannte, haben ihn so hochgeschraubt, dass er fast ausrastete und ich nicht mehr weiterwusste. Dann erinnerte ich mich an mein TellingtonTouch-Buch, welches ich zu Hause hatte. Da ich aber alleine nicht weiterkam, habe ich im Internet gesucht und bin auf Natalia gestossen. Seit ca. 16 Monaten begleitet sie uns wöchentlich oder je nach „Problem“ zweiwöchentlich.
Was wir seit dem ersten Tag anwenden ist die Trust Technique. Beim ersten Mal durfte sich Max, in seinem Tempo, hinsetzen. Es gibt keine Befehle. Alles passiert im vom Hund vorgegebenen Tempo. Nach 45 Minuten, während derer er bellen musste und sich um sich selber gedreht hat, konnte er sich setzen. Der Anfang war wirklich eine Herausforderung. Jeden Tag nahm ich mir Zeit für das «Trusting». Mit der Zeit konnte sich Max schneller hinsetzen, dann sogar hinlegen. Ich truste nach wie vor fast täglich. Heute ist es so, dass sich Max bereits bei der Frage, ob er sich setzen kann, hinlegt und entspannt. Es tut ihm sichtlich gut und er freut sich aufs Ruhigsein.
Heute bringen wir es sogar manchmal draussen fertig zu trusten. Meistens geht nur ein Sichhinsetzen. Aber immerhin. Das Trusting war für Max und für mich ein „Gamechanger“. Nie hätte ich geglaubt, dass mit blossem Sein, mit blossem Nichtstun, nur Sichzeitnehmen und dem Fixieren des Punktes nahe von Max, so enorm viel erreicht werden kann. Heute ist er ein neuer Hund. So voller Lebensfreude, Vertrauen zu mir, Vertrauen in sich selber, fröhlich und oft entspannt.
Wir haben immer noch einen längeren Weg vor uns. Aber ohne das Trusting wären die Erfolge, die wir zusammen, auch mit Natalia, erreicht haben, nicht möglich gewesen. Eine eigentlich einfache Methode, mit der enorm viel erreicht werden kann.

Für jeden Hund gibt es eine Chance
Wenn ich unsere bisherige Arbeit mit Max in wenigen Worten beschreiben müsste, wären es diese:
überraschend, tiefgreifend und eine echte gemeinsame Reise.
Sein Weg zeigt, was entstehen kann, wenn wir dem Verhalten eines Hundes mit Neugier, Respekt und Verständnis begegnen. Wenn wir bereit sind zuzuhören, Vertrauen aufzubauen und nicht nur das zu verändern, was uns im Alltag stört.
Für jeden Hund gibt es eine Chance.
Es lohnt sich, neue Wege auszuprobieren – und damit nicht erst zu warten, bis man das Gefühl hat, mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
Manchmal beginnt eine grosse Veränderung mit etwas scheinbar sehr Einfachem:
präsent sein, nichts verlangen und dem Hund die Zeit geben, die er braucht.





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