
Bei einer Routinekontrolle wurde bei der dreijährigen Hündin Leni ein kleiner Knoten an einer Zitze ertastet. Er war nicht schmerzhaft und zuvor nicht aufgefallen. Die Tierärztin empfahl, die Veränderung zunächst zu beobachten und nach ein bis zwei Monaten erneut zu kontrollieren. Sollte der Knoten bis dahin nicht verschwunden sein, stand eine Operation zusammen mit einer Kastration im Raum.
Für Anna war diese Nachricht ein grosser Schreck.
Wir wollten unserer ängstlichen Hündin zusätzlich zur Verhaltenstherapie und zum Hundetraining eine Alternative anbieten und kamen so zu Natalia und FellEngel. Schon damals waren wir fasziniert von Natalias ganzheitlichem Ansatz und ihrer Art, ohne Druck zu helfen.
Nach diesem ersten Schreck meldete sich Anna erneut bei mir und fragte, ob die angewandte Zoopharmakognosie Leni auch in dieser Situation unterstützen könnte.
Für mich war klar, dass ich meine Hündin zusätzlich unterstützen und ihren Körper stärken wollte und bat Natalia einmal mehr um Hilfe.
Ob und welche ätherischen Öle Leni auswählen würde, konnten wir natürlich nicht wissen. Aber genau das wollten wir ihr ermöglichen: selbst zu zeigen, was sie in diesem Moment brauchte. Genau darin liegt für mich ein zentraler Teil dieser Arbeit. Wir bringen vielleicht eine bestimmte Frage oder einen bestimmten körperlichen Schwerpunkt mit, aber der Hund darf seine ganz eigenen Prioritäten setzen.
Anna beschreibt genau diesen Aspekt sehr schön:
Neben der ruhigen Ausstrahlung von Natalia ist das Faszinierende an dieser Therapieform, dass nichts erzwungen wird. Es ist eine Art unterstützte Selbstheilung, bei der der Hund die absolute Kontrolle hat. Über ihren feinen Geruchssinn entschied meine Hündin selbst, welche Düfte sie in diesem Moment brauchte und welche nicht.
Wir kamen wegen des Knotens
Da der kleine Knoten der Anlass für unsere Sitzung war, begann ich mit ätherischen Ölen, die in der angewandten Zoopharmakognosie immer wieder von Tieren mit Knoten, Gewebeveränderungen oder Tumoren ausgewählt werden.
Leni zeigte dabei sehr schnell, dass nicht alle angebotenen Öle für sie von Interesse waren. Zu mehreren Angeboten sagte sie ein deutliches Nein.
Auch das ist eine wertvolle Information. Nicht unsere Vorstellung davon, was „passen müsste“, entscheidet, sondern die Reaktion des Hundes.
Leni interessierte sich während der Sitzung unter anderem für Rose, Sandelholz und Knoblauch. Besonders deutlich war ihre Reaktion auf Knoblauch. Sie schnupperte intensiv, näherte sich der Flasche und legte sich anschliessend in einem kleinen Abstand mit der Nase zum geöffneten Fläschchen hin.
Für mich gehört dieses Verhalten zu den deutlichsten Zeichen einer Auswahl. Leni hätte sich jederzeit entfernen können, entschied sich aber dafür, in der Nähe des Duftes zu bleiben. Leni entspannte sich tief. Sie blieb lange bei dem Knoblauch und wirkte zeitweise, als würde sie beinahe einschlafen.
Von den ätherischen Ölen, die ich mit Blick auf den Knoten angeboten hatte, war Knoblauch dasjenige, mit dem sie am deutlichsten und längsten arbeitete.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, was genau hinter der Veränderung steckte.
Und dann zeigte Leni uns etwas anderes
Während Leni entspannt mit den ausgewählten Ölen arbeitete, unterhielt ich mich mit Anna darüber, wie unterschiedlich Tiere auf einzelne Düfte reagieren können. Wir sprachen auch darüber, wie wichtig die Qualität der verwendeten Öle ist. Gerade in der angewandten Zoopharmakognosie kann ein Hund auf Produkte derselben Pflanze unterschiedlich reagieren, je nachdem, wie sie hergestellt wurden und welche Qualität sie haben.
Ich erzählte Anna dabei von einem Duft, der von erstaunlich vielen meiner tierischen Klienten ausgewählt wird und den ich selbst kaum ertragen kann: Baldrian.
Ich hatte Baldrian von drei unterschiedlichen Herstellern dabei und wollte Anna zeigen, wie unterschiedlich Produkte derselben Pflanze riechen können. Als ich eine der Flaschen öffnete und sich der intensive Geruch im Raum ausbreitete, reagierte Leni sofort.
Sie stand auf, schnupperte deutlich in Richtung der Flasche, kam näher und legte sich anschliessend mit der Nase zum Baldrian gerichtet wieder hin. Dort blieb sie und arbeitete ruhig und intensiv mit dem Duft.
Dieser Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ich war gedanklich stark beim Knoten und bei der Frage, wie wir Lenis Körper unterstützen könnten. Leni zeigte uns jedoch ganz selbstverständlich, dass für sie in diesem Moment auch etwas anderes wichtig war: ihr Nervensystem und ihre innere Regulation.
Gerade das war für mich ein sehr schönes Beispiel dafür, dass ein Hund nicht zwingend unserem Fokus folgt. Er kann andere Prioritäten setzen als wir Menschen und uns dadurch zeigen, was in diesem Moment für ihn selbst im Vordergrund steht.
Es war wunderschön zu sehen, wie sie die Öle annahm und sichtlich Entspannung und Kraft daraus schöpfte.

Leni durfte auch zu Hause weiter wählen
Nach der Sitzung bot Anna Leni die ausgewählten ätherischen Öle täglich zu Hause an. Ihre Auswahl war dabei nicht immer gleich. An manchen Tagen interessierte sie sich stärker für einen Duft, an anderen Tagen für einen anderen. Sie konnte jedes Mal neu entscheiden.
Anna führte in dieser Zeit keine weiteren Veränderungen ein.
Die Wochen vergingen und der Tag der Nachkontrolle beim Tierarzt stand an. Die Anspannung war gross, während die Tierärztin die Zitze abtastete und dann die erlösende Nachricht: Der Knoten war komplett verschwunden! Die Erleichterung war riesig.
Im Nachhinein vermutete die Tierärztin, dass es sich möglicherweise um ein lokal entzündliches Geschehen gehandelt hatte, das wieder abgeklungen war.
Anna beschreibt, was diese Erfahrung für sie persönlich bedeutet hat:
Für mich ist diese Erfahrung ein wunderschöner Beweis dafür, wie wertvoll es ist, die Schulmedizin mit alternativen Wegen zu kombinieren. Die angewandte Zoopharmakognosie hat nicht nur den Körper meiner Hündin von innen heraus bei der Abheilung unterstützt, sondern auch mir das Gefühl gegeben, in einer hilflosen Situation aktiv etwas für ihr Wohlbefinden tun zu können.
Wenn wir bereit sind, wirklich zuzuhören
Was mich an dieser Geschichte besonders berührt, ist die Klarheit, mit der Leni ihre eigenen Bedürfnisse gezeigt hat. Nicht alles, was für uns Menschen im Vordergrund steht, muss auch für den Hund gerade Priorität haben.
Anna hat es am Ende ihrer Nachricht wunderschön zusammengefasst:
Unsere Hunde wissen oft ganz genau, was sie brauchen. Wir müssen ihnen nur den Raum geben, uns zu antworten.
Mehr über die angewandte Zoopharmakognosie und meine Arbeit damit findest du hier:
Die Namen von Anna und Leni wurden zum Schutz ihrer Privatsphäre geändert. Auf Wunsch der Halterin werden keine Bilder von Leni veröffentlicht.





Liebe Natalia
Deine Arbeit ist so wertvoll und mit Deinen breitfächrigen Ausbildungen findest Du für jeden Vierbeiner das Passende.
Vielen fehlt in ihrem Alltag der ruhige Pol, was sich auch auf ihre Hunde auswirkt.
Es freut mich immer wieder, von Deinen Erlebnissen und Erfahrungen zu lesen!
Ganz liebe Grüsse
Anja
Liebe Anja
Danke Dir für diese liebe Nachricht – das freut mich wirklich sehr!
Ruhe ist tatsächlich das A und O – es ist immer wieder erstaunlich, wie viel sich verändert, sobald dieser ruhige Pol da ist, beim Hund wie auch bei uns Menschen. Und genau deshalb schaue ich mir jeden Hund einzeln an: Jeder bringt seine eigene Geschichte mit.
Schön, dass Du vorbeischaust. Ganz liebe Grüsse zurück an Dich und Deine Vierbeiner!